Behandlung und Pflege
Menschen, die von HIV und Aids betroffen sind, brauchen umfassende Behandlung und Pflege: neben medizinischer Behandlung (einschliesslich antiretroviraler Therapien, ART) und psychologischer Betreuung bedürfen sie oft auch pflegerischer, sozialer und materieller Unterstützung. Die verschiedenen formellen und informellen Dienste (Krankenhäuser, Heimpflege und soziale Dienste) müssen sich dabei gegenseitig ergänzen („Continuum of Care“).
Mit der Entwicklung von antiretroviralen Medikamenten sind in der medizinischen Behandlung von HIV und Aids markante Fortschritte gemacht worden. Die Lebensqualität und –dauer vieler HIV-infizierter Menschen, die aus einer solchen Therapie Nutzen ziehen konnten, wurde wesentlich erhöht. Der Zugang für alle zu umfassender Behandlung und Pflege ist ein wichtiges, breit abgestütztes Ziel. Obgleich sich in den letzten Jahren der Zugang zu umfassender Behandlung und Betreuung weltweit verbessert hat, haben heute weniger als ein Viertel der Menschen, die eine antiretrovirale Behandlung brauchen, auch Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten (UNAIDS 2006). Eine Verstärkung der nationalen und internationale Anstrengungen und Strategien ist dringend notwendig, um Zugang für alle bis ins Jahr 1010 zu erreichen: Verbesserung des Gesundheitswesen, qualifiziertes Personal, Preisreduktion für Aidsmedikamente, hinreichende Finanzierung, etc.
Bei der „Home Based Care“ geht es um die umfassende Begleitung und Betreuung der von HIV betroffenen Menschen: Ausbildung und Unterstützung von Familienangehörigen in der Pflege, Unterstützung bei der Hausarbeit, Versorgung mit pflegerischen Hilfsmitteln, Sorge um die Hinterbliebenen, materielle Hilfe, Austeilung von Nahrungsmitteln, usw. Diese Pflege wird weitgehend von Freiwilligen geleistet, unter Mitwirkung von ausgebildetem medizinischem Personal, von Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen.