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Memory Work

„Memory Work“ ist ein innovativer Ansatz der psychosozialen Arbeit, welcher aidsbetroffenen Kindern und Erwachsenen bei der Überwindung ihrer schmerzlichen Erfahrungen hilft und dazu beiträgt, neue Lebensperspektiven zu entwickeln.

Unter dem Sammelbegriff Memory Work (Erinnerungsarbeit) wird ein therapeutischer Ansatz verschiedener kreativer Methoden, die eigene Geschichte zu erkunden, verstanden. Als Behälter und Ausdruck der Erinnerungen können dabei Memory Boxes (Erinnerungskästchen), Memory Books (Erinnerungsbücher) oder Body Maps (lebensgrosse Körperkontur-Karten) dienen. Diese Gefässe, in denen Menschen ihre Erinnerungen sammeln, sind nicht das eigentliche Ergebnis der Erinnerungsarbeit. Sie sind eine Methode des Erinnerns und können als Landkarten der eigenen Biografie verstanden werden, die wichtige Stationen des Erlebten aufzeigen. Aufgrund dieser Landkarte lassen die UrheberInnen des Werkes andere Menschen an ihren Erinnerungen teilhaben.

Das Erzählen aus der eigenen Biografie und das Zuhören der anderen Menschen ist wahrscheinlich der wertvollste Aspekt des Memory Work Ansatzes. Denn im aktiven Zuhören und einfühlenden Nachfragen, das die Reflektion der erzählten Geschichten ermöglicht, wird nach dem roten Faden im Lebenslauf gesucht. Eine neue Perspektive, die sich aus der Gesamtschau der Landkarte und im Austausch mit den anderen eröffnet, kann eine neue Geschichte formen. In diesem Sinne wird Memory Work als eine Entwicklung begriffen, die stets vorwärts schreitet. Die Reflektionsarbeit soll Menschen dazu verhelfen, die stärkenden Themen und Ủberlebensstrategien im eigenen Lebenslauf zu erkennen.

Der Ansatz der Erinnerungsarbeit wurde für die Aidsarbeit erstmals in England Anfang der 90-er Jahre zur Identitätsfindung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt. Von da aus fand der Ansatz seinen Weg nach Afrika. Selbsthilfegruppen, Organisationen und Universitäten, die im Bereich von HIV/Aids arbeiten, haben den Ansatz aufgegriffen, weiter entwickelt und verbreitet. Seit dem Herbst 2003 haben sich rund 18 Organisationen zum 10 Millionen Memory Projekt (10 MMP) zusammengeschlossen, um voneinander zu lernen und eine gemeinsame Vision zu verwirklichen: die Unterstützung einer bereits im Entstehen begriffene panafrikanische Bewegung, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis ins Jahr 2010 mindestens 10 Millionen Kinder in Afrika mit Memory Work zu erreichen. Über REPSSI und aidsfocus.ch hat Memory Work, angereichert mit den im südlichen Afrika entwickelten Methoden, nach Europa zurückgefunden.

Kontakt

Helena Zweifel
aidsfocus.ch
Medicus Mundi Schweiz
Murbacherstrasse 34
Postfach
4013 Basel

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