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2. Inhalt

 

Themen
Thema 1: Die Auswirkungen der HIV/Aids-Krise auf alte Menschen im Süden. Die neue Rolle der Grossmütter als „carers“.

Die Aids-Epidemie mit fast 40 Millionen Menschen, die mit dem HI-Virus leben, hat weite Teile des Südens - und im besonderen Masse Afrika südlich der Sahara – in eine tiefe Krise gestürzt. Arbeitsausfall, Verarmung, Ausgrenzung und Tod betreffen das ganze Familiensystem: Die Menschen, die an Aids erkranken und sterben, deren Kinder, die zu Halb- oder Vollwaisen werden, und in besonderem Masse auch die älteren Generationen. Oft verlieren die Alten mit ihren leiblichen Kindern ihr gesamtes soziales Netz und stehen vor dem Nichts, wenn sie selbst krank und schwach werden. Ihre Not wird noch dadurch verstärkt, dass sie häufig zusätzlich für eines oder für mehrere verwaiste Enkelkinder zu sorgen haben. In vielen Gebieten des südlichen Afrika werden bis zu 50% der Waisen von ihren Grossmüttern aufgezogen. Zur prekären wirtschaftlichen Situation kommt für die Alten die psychische Belastung, ein zweites Mal Kinder aufzuziehen.

Welches sind die durch HIV/AIDS verursachten besonderen Härten und Herausforderungen für alte Menschen? Welches ist ihre Bedeutung im Familiensystem? Was würde geschehen, wenn die Grossmütter streiken würden? Wie können sie beim Aufziehen von Enkelkindern entlastet und unterstützt werden? Welche Ansätze dazu gibt es bereits und mit welchen Ergebnissen?

Impulsreferat und Erfahrungsbericht: Dr. Kurt Madörin, ist internationaler Experte für psychosoziale Ansätze in HIV/Aids-Projekten, langjähriger Programmverantwortlicher bei terre des hommes schweiz und Initiator des Rentenprojekts Kwa Wazee in Nshamba, Tanzania.


Thema 2: Social Cash Transfer. Geeignetes Mittel zur wirksamen Armutsbekämpfung?

Weniger als 5% der alten Menschen im Süden erhalten eine Rente. In jüngster Zeit gibt es einige Beispiele, wo in staatlichen und privaten Programmen, wo mit sichtbarem Erfolg beitragsfreie Renten für besonders gefährdete alte Menschen eingeführt wurden. Doch nicht nur auf Alte bezogen haben sogenannte Social Cash Transfers in jüngster Zeit an Bedeutung gewonnen: In Brasilien beispielsweise war es möglich, mit 0.9% des Bruttosozialprodukts das Einkommen der 5.5 Millionen ärmsten Menschen zu verdoppeln. Zum Teil sind diese Zahlungen an Bedingungen geknüpft, zum Teil sind sie unconditional.

Welches sind die Erfahrungen, die bisher mit dem Instrument ‚Bargeldzahlungen’ gemacht werden? Sollen die Zahlungen an Bedingungen geknüpft sein? Wie verhält es sich mit dem Anspruch auf Nachhaltigkeit? Kann es zu Anreizverminderung führen oder stärkt es gar die Eigeninitiative? Welches sind die Auswirkungen auf das Sozialgefüge der Unterstützten? Lassen sich Programme grösseren Umfangs überhaupt finanzieren?

Impulsreferat: Dr. Matthias Rompel ist Leiter ‚Systeme für Soziale Sicherung’ bei der GTZ Deutschland und kennt die verschiedensten Anwendungen von Cash-Transfers wie in jüngster Zeit im Kaloma-Programm in Sambia www.socialcashtransfers-zambia.org


Thema 3: Die unsichtbare Generation – alte Menschen in der Entwicklungszusammenarbeit

Zwei Drittel der alten Menschen leben heute schon in den Entwicklungsländern. Die demographische Entwicklung weist darauf hin, dass der Anteil der Alten im Süden in den nächsten Jahrzehnten noch markant zunehmen wird. Während die Industrieländer erst wohlhabend und dann alt wurden, müssen die Entwicklungsländer in kurzer Zeit gleichzeitig die Herausforderung von Armut und zunehmender Alterung bewältigen. Doch noch immer ist der Fokus der Entwicklungszusammenarbeit kaum auf die Alten ausgerichtet, ist sehr wenig über die Lebensbedingungen der ältesten Generation bekannt. Gerade im Zusammenhang mit der HIV/Aids-Krise wird aber zunehmend deutlich, dass die Grossmütter nicht nur zu den grössten Opfern gehören, sondern auch zu wichtigsten Akteuren zu deren Abfederung geworden sind.

Welches sind die Antworten von staatlicher und privater Entwicklungszusammenarbeit auf das auseinanderbrechende Sozialsystem Familie? Werden die Interessen der alten Menschen bei transversalen Themen oder Programmen ausreichend berücksichtigt? Welche Herausforderungen im Bezug auf alte Menschen sind mit der demographischen Entwicklung verbunden?

Impulsreferat: Michael Bünte arbeitete während vieler Jahre bei terre des hommes Deutschland, ist heute selbständiger Berater und Geschäftsführer von HelpAge Deutschland.
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Kontakt

Helena Zweifel
aidsfocus.ch
c/o Medicus Mundi Schweiz
Murbacherstrasse 34
Postfach
4013 Basel

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