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Internationaler Kampf gegen Aids: Stärkeres Engagement der Schweiz gefordert

Bern, 14. April 2010 - aidsfocus.ch: In Afrika, Zentralasien und Osteuropa hat Aids nach wie vor katastrophale Auswirkungen. Deshalb darf Aids nicht von der politischen Agenda verschwinden. Anlässlich der aidsfocus.ch Fachtagung fordern Schweizer Entwicklungsorganisationen: Die Schweiz soll sich finanziell für die internationale Aids- und Gesundheitszusammenarbeit stärker engagieren.

Während in der Schweiz HIV-positive Menschen dank moderner Medizin ein langes Leben führen können, sterben weltweit jährlich zwei Millionen Menschen an den Folgen von Aids. In den letzten Jahren wurden auch in den Entwicklungsländern punkto medizinischer Versorgung und Behandlung Aidskranker beachtliche Fortschritte erzielt. Etwa vier Millionen Menschen weltweit werden mit Aidsmedikamenten versorgt. Dies sind jedoch erst ein Drittel der HIV-positiven Menschen, die eine Behandlung dringend benötigen.

Die Weltwirtschaftkrise hat die Situation der aidsbetroffenen Menschen weiter verschärft. Doch Regierungen in Nord und Süd wollen in der Entwicklungszusammenarbeit bzw. Gesundheitsversorgung ihrer Bevölkerungen sparen. „Die Situation ist jetzt ein Ernstfall“, betont Robin Gorna, die Direktorin der Internationalen Aidsgesellschaft (IAS). Statt mehr Menschen zu behandeln, können weniger versorgt werden, mit schwerwiegenden Konsequenzen auf die weitere Ausbreitung der Epidemie.

Aidsprogramme stärken die Gesundheitssysteme

Im Rahmen der allgemeinen Sparmassnahmen wird auf dem internationalen Parkett vermehrt Kritik an aidsspezifischen Initiativen geäussert, begleitet von der Forderung, Entwicklungshilfegelder aus Aidsprogrammen heraus zu nehmen und in andere Gesundheitsprioritäten zu investieren. Die Stärkung der Gesundheitssysteme gegen die Stärkung der Aidsprogramme auszuspielen, erachtet Helena Zweifel, Geschäftsführerin von Medicus Mundi Schweiz und aidsfocus.ch, jedoch als falsch. Erfahrungen von Hilfswerken und des Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose haben gezeigt, dass erfolgreiche Aidsprogramme und gut funktionierende Gesundheitssysteme einander bedingen. Umgekehrt rettet der verbesserte Zugang zu Aidsbehandlung nicht nur das Leben von Menschen mit Aids, sondern senkt auch die Sterblichkeit insgesamt, wie eine Studie von Médecins Sans Frontières (MSF) besagt.

Die TeilnehmerInnen der Tagung sind sich einig, dass es sowohl mehr Gelder für die internationale Aidsarbeit als auch für die internationale Gesundheitszusammenarbeit braucht. Auch die Schweiz, die sich den Millenniumszielen und damit auch der internationalen Aidsbekämpfung verpflichtet hat, muss ihre internationale Verantwortung wahrnehmen. Dies bedeutet, die Entwicklungszusammenarbeit kurzfristig auf 0,5 Prozent des Bruttoinlandprodukts und mittelfristig auf 0,7 Prozent zu erhöhen.

Kontaktadresse für weitere Informationen
Helena Zweifel, Koordinatorin aidsfocus.ch und Geschäftsführerin Medicus Mundi Schweiz
Tel. 061 383 18 10 oder 079 383 23 68 hzweifel@medicusmundi.ch.
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