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DEZA: HIV/Aids - Prävention spielt weiter eine Hauptrolle

Bern, 1. Dezember 2009 - Am diesjährigen Welt-Aids-Tag kann zwar vermeldet werden, dass die Zahl der Neuansteckungen weltweit um 17 Prozent zurückgegangen ist, doch steht die Prävention weiterhin im Mittelpunkt. Denn die heutigen Präventionskampagnen verfehlen laut den Vereinten Nationen meist ihr Ziel. Die DEZA trägt mit ihrer Unterstützung im Bereich HIV/Aids einerseits zur Entwicklung von innovativen Projekten bei, andererseits zur Stärkung von Gesundheitssystemen und somit zur Prävention und zur Betreuung von Betroffenen.

„HIV/AIDS ist weit davon entfernt bewältigt zu sein. Wir stehen noch vor enormen Herausforderungen, um der Pandemie zu begegnen. Die grösste Herausforderung liegt im Bereich Prävention,“ sagt Andreas Loebell, zuständig für Gesundheit in der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA. Man habe zwar viel gelernt im Umgang mit der AIDS-Pandemie was auch für die Prävention und Behandlung anderer, etwa chronischer Krankheiten von grossem Nutzen ist, doch neben diesen „guten Praktiken“ wisse man heute in Bezug auf HIV/Aids auch, wie man nicht weiterkommt, etwa um Verhaltensänderungen zu erreichen, sagt Loebell.

Rückgang in Afrika, Zunahme in Osteuropa

Das UNO-Programm zu HIV/Aids UNAIDS zieht ähnliche Schlüsse in seinem am 24. November veröffentlichten „2009 AIDS Epidemic Update“, dem jährlichen Bericht über den Stand der Pandemie. In den vergangenen Jahren sind die Neuansteckungen weltweit um 17 Prozent zurückgegangen – im Afrika südlich der Sahara, der am schwersten betroffenen Region, um 15 Prozent. Wenigstens teilweise, sei dies den Präventionskampagnen zu verdanken, sagt Michel Sidibé, Direktor von UNAIDS. Doch zeigten die neusten Ergebnisse auch, dass Präventionsprogramme oft ihr Ziel verfehlen würden. Auch ein Wechsel im Denk- und Lösungsansatz sei nötig. In gewissen Ländern, wie beispielsweise Bangladesh und Pakistan, hat die Prävalenz (Verbreitung) von HIV in den vergangenen Jahren zugenommen, in Osteuropa und Zentralasien sogar um 66 Prozent.

Mit rund 33 Millionen HIV-positiven Menschen leben heute mehr Menschen mit dem Virus, das AIDS auslöst, als je zuvor. Dank antiretroviralen Medikamenten (die den Ausbruch von Aids verhindern), leben HIV-positive Menschen länger. Heute ist Aids auch in Entwicklungsländern nicht mehr zwangsläufig mit dem Tod gleichzusetzen. Für die wachsende Zahl HIV-positiver Menschen, die Zugang zu Aids-Medikamenten finden, bedeutet AIDS „anders leben“, sagt Loebell. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen wird umsomehr deutlich, welche zentrale Rolle die Prävention spielt.

Medikamente und psychosoziale Betreuung

Beim diesjährigen Thema des Welt-Aids-Tages, „Universeller Zugang und Menschenrechte“, geht es einerseits um den Zugang zu Medikamenten und medizinischer Betreuung. Aber auch um Zugang zu Betreuung auf psychologischer und sozialer Ebene, also um die psychosoziale Unterstützung. „HIV kann nicht allein durch Medikamente bewältigt werden,“ sagt Loebell. „Psychosoziale Betreuung ist gleich wichtig.“ Zum Betreuungs-Paket gehöre auch die Entwicklung von Eigenverantwortung, Respekt vor dem eigenen Körper und dem Körper des Anderen, Bewältigungsstrategien, Gewaltprävention und das oft genannte „empowerment“ oder „self-empowerment“, wozu auch die Kenntnis von und Umsetzung der individuellen Menschenrechte gehören.

Das von der DEZA im südlichen Afrika unterstützte Programm Regional Psychosocial Support Initiative REPSSI fing an mit der Betreuung von betroffenen Kindern – Kinder die ihre Eltern wegen AIDS verloren hatten, Kinder, die selbst mit dem Virus leben. Heute hat das Programm vor allem zum Ziel, Regierungen in der Region zu sensibilisieren, die Bedürfnisse dieser Kinder zu berücksichtigen und auch ihre eigenen Ressourcen anzuerkennen und zu mobilisieren. Rund 1.9 Millionen Kinder unter 15 Jahren im Afrika südlich der Sahara leben mit dem HI-Virus – die grosse Mehrheit von ihnen sind nicht nur von Aids sondern auch von Armut und Konflikten betroffen.

Die Schweiz unterstützt und arbeitet mit Partnern

Die DEZA arbeitet mit und unterstützt verschiedene Partner und Akteure vor Ort: Regierungen, Nicht-Regierungsorganisationen, internationale und UNO-Organisationen (darunter auch UNAIDS, UNICEF, die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Welternährungsprogramm WFP), die Föderation des Rotes Kreuzes und Halbmond Gesellschaften, sowie Schweizer NGOs und Plattformen wie AIDS Focus Schweiz. Die Schweiz zahlt auch einen jährlichen Beitrag an den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria. Somit unterstützt sie die Entwicklung und Umsetzung von innovativen Programmen, die in den Rahmen der psychosozialen Betreuung fallen, und die Stärkung von Gesundheitssystemen. Denn nur ein effizientes, gut strukturiertes Gesundheitssystem kann die Wahrnehmung und Unterstützung von HIV-positiven Menschen und HIV/Aids-Betroffenen gewährleisten und bewältigen.

Anlass am 1. Dezember 2009 im Kornhausforum Bern

Aus Anlass des Welt-Aids-Tags 2009 zeigt Aidsfocus Schweiz, die schweizerische Fachplattform HIV/Aids und internationale Zusammenarbeit, den Dokumentarfilm „Memory Books: Damit Du mich nie vergisst“. Der Film zeigt das Leben von fünf Kindern aus Uganda die vom Aidsvirus betroffen sind. Anschliessend an die Filmvorführung findet ein Gespräch und Austausch mit der Filmemacherin Christa Graf statt. Die DEZA ist ein Hauptgeldgeber von Aidsfocus.

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