HIV/Aids: Es braucht mehr als medizinische Hilfe
«HIV-Therapie in Afrika gleich gut wie in der Schweiz.» Diese Überschrift im «Bund» Anfang Juli 2008 liess mich aufhorchen. Gemäss einer neuen Studie des Instituts für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern erzielt die standardisierte Behandlung von HIV-Patient(inn)en in Südafrika gleich gute Ergebnisse wie der stark individualisierte Therapieansatz in der Schweiz. Voraussetzung für den Erfolg der Therapie ist eine maximale Adherence von mindestens 95%, um Resistenzenbildung vorzubeugen. Und diese ist im südlichen Afrika gleich gut wie in der Schweiz.
Bei erfolgreichen Therapieprogrammen im südlichen Afrika geht es auch um die psychologische Unterstützung der Aidskranken, um Information, Beratung und Unterstützung der ganzen Familie. Zentral für den Erfolg sind die intensiven Vorgespräche und die Information der Patient(inn)en über die Krankheit, die Medikamente und die Therapie – und die innerliche Bereitschaft, täglich die Medikamente einzunehmen, bis ans Lebensende. (Schweizerische Ärztezeitung Oktober 2008)