text_de.gif D | F | E
 

Kinder im Abseits

Würde sieht anders aus. Nur die wenigen mit einem kleinen Holzzaun extra eingefassten Grabstellen wird es vielleicht auch nächstes Jahr noch geben. Die Farben der schlichten Holzkreuze sind in der glühenden Sonne längst verblichen. Es gibt keinen Schatten hier im hügeligen Weideland 90 Kilometer nordwestlich der quirligen Hafenstadt Durban. Mehr als 2000 Tote sind an diesem seltsamen Ort bestattet. 2000 Schicksale, die alle eines verbindet: Sie waren HIV-positiv, und die meisten haben nicht viel gehabt von ihrem kurzen Leben. Das Durchschnittsalter der Toten liegt bei 35 Jahren. Nirgendwo in Südafrika und in keiner anderen Region der Welt ist die Rate der Aidsinfizierten höher als hier in Kwazulu Natal.

Das Gräberfeld weit draussen vor den Toren der Provinzhauptstadt Pietermaritzburg offenbart auf erschütternde Weise die ungeheure Dimension des Problems, dessen Südafrika nicht Herr wird. Selbst die Toten bürgert man sozusagen aus, als wirke ihre Ansteckung fort und als seien sie nicht schon zu Lebzeiten ausgegrenzt und stigmatisiert worden.

Die Konfrontation mit dem Tod fällt noch drastischer aus, als Urs Meier es sich aufgrund der Schilderungen von Mitarbeitern der Hilfsorganisation Thandanani vorgestellt hatte, seit einigen Jahren Projektpartner der Kindernothilfe. Sichtlich bewegt bleibt er vor einzelnen Kreuzen stehen, bückt sich und liest halblaut die Namen und Lebensdaten. Meier hat viele Berichte über Aids in Südafrika gesehen, «aber die Realität ist noch viel härter», sagt er. «Hier liegt», meint Meier nachdenklich und lässt seinen Blick über die Anhöhe schweifen, «die Generation, die eigentlich die Zukunft des Landes ist.» Als Botschafter der Kindernothilfe Schweiz besuchte er Projekte im Gastgeberland der Fussball-Weltmeisterschaft, die sich vor allem um Aidswaisen und Strassenkinder kümmern. «Ich bin erschüttert», sagte er später im Kleinbus, «aber ich nehme auch Zuversicht mit.»

Der frühere Schweizer Fifa- und Champions-League- Schiedsrichter, hatte im Juni 2010 während der Fussball-Weltmeisterschaft die Spiele für das ZDF analysiert. Zuvor aber hatte er sich das andere, das unterentwickelte, elende und scheinbar hoffnungslose Südafrika angesehen, das den allermeisten WM-Gästen verborgen blieb. Weitere Stationen seiner Reise können in der Dokumentation nachgelesen werden.

Datei herunterladen (835Kb)
Externe Datei herunterladen

Unsere Themen

Aidsbetroffene Kinder und Jugendliche

Prävention und Gesundheitsförderung

Capacity Building

Selbsthilfeorganisationen und Menschen mit HIV/Aids

Behandlung und Pflege

Kontakt

Mieke Eberhardt
Kindernothilfe Schweiz
Laurenzenvorstadt 89
5000 Aarau

Tel: +41 (0)62 823 38 61

 www.kindernothilfe.ch/in

  Log in | Feedback

Impressum / Disclaimer