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Kwa Wazee: Die Renten zeigen Wirkung

Bericht aus einer Gruppendiskussion mit sechs Rentenempfänger/-innen, von denen die Hälfte Grosskinder aufzieht.

● Alle Beteiligten verloren mindestens eines ihrer eigenen Kinder - meist wegen HIV/AIDS. Zu unserer Überraschung zeigte sich, dass sich die überlebenden Kinder in der Regel nicht um ihre Mütter kümmern. Die verheirateten Töchter leben oft weit entfernt und gehören im Einklang mit der lokalen Tradition zur Familie des Mannes. Die Söhne sind weggezogen, leben am Viktoriasee und lassen sich in den meisten Fällen nicht mehr blicken. Auf die Frage, ob sie, wenn sie nochmals 20 Jahr alt wären, wieder Kinder haben wollten, verneinten dies alle einstimmig und vehement. Grosskinder sind für die Grosseltern wichtiger geworden, als ihre eigenen Kinder.

● Vor dem Einbezug in das Renten-Projekt haben alle als TagelöhnerInnen gearbeitet, falls sich eine Möglichkeit angeboten hatte, und dies für einen Lohn von etwa 30 Rappen pro Tag. Eine Grossmutter sagte: “Wir arbeiteten für andere Leute, aber was wir erhielten, reichte nicht aus. So hatten wir unsere Prioritäten zu setzen: zuerst das Essen und wenn etwas übrig blieb, konnten wir damit eine Seife oder Zündhölzer kaufen”.

● Was hat sich geändert, seit sie im Programm sind? Immer noch ist das Essen die Hauptsorge: sie kaufen zusätzlich Nahrungsmittel wie Mais, kleine getrocknete Fische, Salz, Speiseöl und manchmal etwas Zucker. Einige teilen die Rente: einen Teil für zusätzliche Nahrungsmittel und einen Teil für Seife, Kerosen oder Kleider und Schuhe für die Grosskinder.

● Die Beziehung zwischen den Grossmüttern und den Grosskindern hat sich merklich verbessert. Da die Eltern abwesend sind, richten die Grosskinder ihre Bedürfnisse nach Schulmaterial, Kleider etc. an die Grossmütter. Wenn die Grossmütter diese Erwartungen nicht erfüllen konnten, drohte ihnen ein Achtungsverlust. Das hat sich jetzt geändert: “Meine Grosskinder sagen zueinander: Siehst Du, die Grossmutter liebt uns und gibt uns Kleider und Schuhe. Wenn Du nicht gehorchst und ihr nicht hilfst, wirst Du in Zukunft nichts mehr bekommen. Die Grosskinder unterstützen mich jetzt viel mehr und wir haben ein besseres Verhältnis zueinander”.

● Die Isolierung hat abgenommen. Weil die Grossmütter und die Kinder sauber sind und saubere Kleider haben, ist es einfacher geworden, andere Leute zu besuchen oder mit anderen Kindern spielen zu gehen.

● Planung macht jetzt einen Sinn. Das Leben ist etwas kontrollierbarer geworden. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt. Eine der Grossmütter sagte: “Oft hatte ich einen Traum, etwas zu essen oder etwas mit den Kindern zu machen. Aber der Traum blieb ein Traum. Aber jetzt kann ich planen, um den einen oder andern Traum wahr zu machen”.
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