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Eine Sorge der Gesellschaft - Einschätzung der Aidsproblematik in Indien

Indien ist eines der grössten und mit über einer Milliarde Menschen auch bevölkerungsreichsten Länder der Welt. Es wird geschätzt, dass ungefähr 2,4 Millionen Menschen HIV-infiziert sind. HIV ist in Indien später aufgetreten als in vielen anderen Ländern. In den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist die Infektionsrate dann in die Höhe geschnellt. Heute sind alle Schichten der indischen Gesellschaft davon betroffen.

Stigma und Diskriminierung in Indien

Wie anderswo wird auch in Indien Aids oft als «das Problem von jemand anderem» betrachtet, als etwas, das Menschen betrifft, die am Rande der Gesellschaft leben und deren Lebensweise als unmoralisch gilt. Sogar jetzt, da die Krankheit sich in der allgemeinen Bevölkerung ausbreitet, wird die HIV-Epidemie und ihre Auswirkungen von den Inderinnen und Indern noch immer nicht verstanden. Infizierte Menschen erleben oft gewalttätige Angriffe, werden von der Familie, vom Ehepartner zurückgewiesen, Medikamente oder entsprechende Behandlung werden ihnen verweigert und oft auch die letzten Riten, bevor sie sterben.

Diskriminierung ist auch im Gesundheitssektor alarmierend verbreitet. Die negative Haltung des Pflegepersonals verursacht Angst und Schrecken bei vielen von HIV und Aids betroffenen Menschen. So ist es nicht verwunderlich, dass viele ihren Zustand verheimlichen. Eine Studie aus dem Jahr 2006 zeigt, dass 25 % der HIV- infizierten Menschen in Indien medizinische Behandlung verweigert wurde. Auch am Arbeitsplatz gilt die Krankheit als Stigma; 74% der Angestellten verschwiegen ihren Kollegen ihre Krankheit aus Angst vor Diskriminierung.

HIV/Aids eine Sorge der Gesellschaft

Die St. Anna-Schwestern erachten HIV/Aids als eine Sorge der Gesellschaft, aber die Betreuung dieser erkrankten Menschen fällt immer mehr religiösen Gemeinschaften und NGOs zu.

Im Jahresbericht 2010 werden eine Vielzahl von Projekten in Indien und Ostafrika vorgestellt, in denen die St. Anna Gemeinschaft schon seit Jahren in den verschiedensten Bereichen in der Bekämpfung der HIV/Aids Epidemie tätig ist.

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Kontakt

Sr. Heidi Kälin
Gemeinschaft der St. Anna Schwestern
Tivolistrasse 21
6006 Luzern

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