Hundertprozentige Unterstützung
Roger Staub, Leiter der Sektion Aids beim Bundesamt für Gesundheit berichtet über die Evaluation des HIV/Aids Präventionsprojektes in der Provinz Matanzas, Kuba, im Juli 2008:
"Quasi «auf dem Weg» an die Welt-Aids-Konferenz
in Mexico-City, hiess dies für mich zuerst einmal stundenlange Autofahrten, quer durch die Provinz Matanzas. Jeweils ein Besuch einer Consejeria am Vormittag und ein zweiter am Nachmittag während einer ganzen Woche und Temperaturen von gegen 40 Grad. Zweimal pro Tag eine Consejeria voller gespannter Gesichter, im Sitzungszimmer und vor den Fenstern und Türen. Lange Präsentationen der Vor-Ort-Arbeit, der Konzepte und Vorstellung der verantwortlichen Personen. Und jedesmal Nervosität und Spannung, wenn Raúl, mein Co-Evaluator vom Centro Nacional de Prevencion in Havanna, und ich nachfragten und die Zielerreichung überprüften. Und – quasi als Belohnung für beide Seiten – jedesmal die Entlastung und Freude, wenn wir feststellen konnten, dass die Ziele erreicht werden und dass die Arbeit in die richtige Richtung geht.
Während fünf Tagen «im Feld» und nach dem Studium der Dokumentationen und Interviews mit den Projektverantwortlichen kamen wir zum eindeutigen Schluss, dass das Projekt die gesteckten Ziele erreicht und dass die gemachten positiven Erfahrungen auf die restlichen Gemeinden der Provinz ausgedehnt werden sollten.
Persönlich bin ich tief beeindruckt von der Energie und dem Engagement, das ich bei den unzähligen Freiwilligen der Consejerias angetroffen habe. Die für Kuba neue Form der Präventionsarbeit hat ein grosses Potential, das auch auf Gemeinden mit einer grösseren Verbreitung von HIV übertragen werden sollte. Aus diesem Grund unterstütze ich die Weiterführung des Projekts und dessen Ausweitung in Havanna hundertprozentig!"
Auch die Programmkoordinatorin, Daniela Mencarelli Hofmann freut sich über den Erfolg des Projektes:
"Heute existieren in der Region Matanzas 10 Beratungszentren (consejerías), die anonyme Aidstests, persönliche Beratung, Informationsmaterial und Kondome anbieten. Jede consejería hat ihren eigenen Charakter, es gibt eine Vielfalt an Angeboten. Die MitarbeiterInnen sind jung und bringen ihre eigenen Ideen ein. Eine grosse Arbeit leisten die vielen Freiwilligen, die nach einer Ausbildung PromotorInnen geworden sind: Workshops, Medienarbeit, Events – in den Zentren sowie auf den Gassen.
Tausende haben die consejerías besucht: manchmal für eine Beratung, häufiger aus Neugier und Interesse für die Initiativen sowie für die Kondome, die sie gratis erhalten. In den consejerías trifft man sich auch am Abend. Es sind vor allem Jugendliche, aber auch HIV-Positive oder an Aids Erkrankte sowie andere gefährdete Bevölkerungsgruppen. Darauf ist Odelinda Robaína, die Projektleiterin, stolz. Sowie auf die Tatsache, dass in den letzten Jahren keine Jugendlichen erkrankt sind.
Die internationale Projektevaluation bestätigt, dass diese Präventionsarbeit Modellcharakter hat. Wir haben deswegen vor, vier zusätzliche consejerías in Matanzas zu gründen und ein neues Projekt in Havanna zu starten!"
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