Aufklärung und Schulung im Kampf gegen HIV/Aids
In China und Indonesien wurde das Thema HIV/Aids auf politischer Ebene jahrelang ignoriert. Die ersten Aids-Fälle wurden in China Anfang der achtziger Jahre diagnostiziert und als „Ausländerkrankheit“, als Krankheit des degenerierten Westens, abgetan. Über 25 Jahre nach der ersten Aids-Diagnose zeichnen die WHO und UNAIDS ein düsteres Bild der Situation in Asien. Ostasien hat vor allem durch die rasante Ausbreitung der Krankheit in China, Indonesien und Vietnam den weltweit höchsten Zuwachs an Infizierten seit dem Jahr 2002 (rund 50 %).
Prostitution und Wanderarbeiter
In China und Indonesien sehen sich viele Menschen aus Armut dazu gezwungen, als Wanderarbeiter zu leben, was zu einem häufigen Wechsel der sexuellen Partner und zu vermehrter Nachfrage an käuflichem Geschlechtsverkehr führt. Die Armut zwingt ausserdem viele Frauen dazu, ihren Körper zu verkaufen. Auf gesellschaftlicher Ebene hat sich noch kein offener Diskurs über Prostitution, die Gefahr der Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten und den Gebrauch von Kondomen etabliert, wenngleich die Gesundheitsbehörden erste Informationskampagnen gestartet haben.
Was machen die Kirchen?
2007 fand in Zhengzhou/China und in Surabaya/Indonesien eine jeweils zweiwöchige internationale Aids-Konferenz mit dem Titel „God Breaks the Silence – The Churches and HIV/Aids“ statt, die von der Vereinten Evangelischen Mission und mission 21 initiiert wurde. Die Konferenzen boten den teilnehmenden Kirchen und Organisationen die Gelegenheit, die Rolle der Kirche im Kampf gegen HIV/Aids zu diskutieren und Erfahrungen über praktische Schritte, bewährte Methoden und Programme in der Aids-Arbeit auszutauschen. Besonders wertvoll war dabei die Teilnahme der afrikanischen Partner von mission 21.
Aufklärung und Schulung in China
In einer der ärmsten Provinzen Chinas, der Provinz Gansu, startete die Partnerorganisation Amity Foundation im Jahr 2007 ein HIV/Aids- Präventionsprojekt an acht Lehrerseminaren und Universitäten. Die Lehrkräfte dieser Institutionen werden über die Problematik aufgeklärt und in HIV / Aids-Prävention unterwiesen. Studierende, die sich als freiwillige „Peer Educators“ am Programm beteiligen, geben ihr Wissen wiederum an ihre Mitstudierenden weiter. Langfristig soll diese Form der HIV/Aids-Prävention auch an den übrigen 33 Lehrerseminaren in der Provinz Gansu durchgeführt werden. Die künftigen Lehrpersonen können auf diese Weise ihre Kenntnisse in den Unterricht einfliessen lassen und einen positiven Einfluss auf ihre Schülerinnen und Schüler nehmen.