Ausbildung in Aids-Prävention an den Schulen
Die Demokratische Republik Kongo zählt zu den am stärksten von Aids heimgesuchten afrikanischen Ländern. Die Lage ist infolge von Krieg und Plünderungen und einer praktisch nicht existierenden staatlichen Ordnung ohnehin schon katastrophal. Aids stellt nun ein zusätzliches grosses Hindernis für eine wenigstens mittelfristige Verbesserung dar. Die Krankheit trifft ein Land welches nur über ein rudimentäres Gesundheitssystem verfügt, mit voller Härte. Die hohen Aids-Raten erweisen sich dabei immer mehr auch als ein ökonomisches Problem, da vor allem die Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter betroffen ist.
In Kinshasa, der Millionenstadt, die nach keinerlei Planung stetig wächst und wuchert, kumulieren sich die Probleme des Landes. Hierher ziehen die Massen der Landflüchtigen und der vom Krieg Vertriebenen, hier versuchen die Menschen, die es aufgegeben haben, in ihren Dörfern auf ein Überleben zu hoffen, ein besseres Auskommen. Man lebt eng aufeinander. Dazu kommen andere Probleme wie die steigende Prostitution, die Entwurzelung von Landflüchtigen aus ihrem kulturellen Kontext, die Verbreitung von sexuell übertragbaren Krankheiten durch Vergewaltigungen vor allem in den Kriegszonen.
Die Aids-Infektionsrate in Kinshasa wird auf ungefähr 4,5 Prozent der Bevölkerung geschätzt, während sie im Osten des Landes, in den Kriegsgebieten, auf 15 Prozent und mehr ansteigt. Trotz der Grösse des Übels ist die Regierung der RDC nicht in der Lage, der sich ausbreitenden Krankheit etwas entgegenzusetzen. Eine systematische Aufklärung findet nicht statt, was in der ungebildeten Bevölkerung zu fantastischen Spekulationen über Ansteckungsgefahren und Schutzmassnahmen führt. Es ist also weitgehend den Kirchen und NRO überlassen, die Bevölkerung zu sensibilisieren, sie über die Risiken aufzuklären und sich um die Kranken und Hinterbliebenen zu kümmern.
Die Organisation “Espoir, Vie et Solidarité“ (EVIS) konzentriert sich vor allem auf die Aids-Prävention an den Schulen. Durch die Ausbildung von MultiplikatorInnen, die wiederum an Schulen Aidsaufklärung betreiben, erreicht die Organisation eine grosse Breitenwirkung und kann das Bewusstsein bezüglich der Gefahren der Krankheit kontinuierlich steigern. Zu diesem Zweck entwickelte EVIS in den letzten Jahren verschiedene Aktivitäten: Workshops mit Fachkräften, Seminare für die MultiplikatorInnen, regelmässiges Zusammenführen der MultiplikatorInnen (recyclage), Sensibilisierungstage für bestimmte Bevölkerungsgruppen (Frauen, Militär, Gefangene, usw.), Theater- und Radioproduktionen.