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Dorftheater gegen HIV und Aids

Im Distrikt Ulanga im Süden Tanzanias leben rund 7000 Menschen mit HIV/Aids. Um die weitere Verbreitung der Immunschwächekrankheit einzudämmen, braucht es einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel, auch bei heiklen Themen. Um die Leute zu erreichen, bildet SolidarMed in den 70 Gemeinden des Distrikts je zwei Personen zu DorfgesundheitsarbeiterInnen aus, welche die Menschen in den Dörfern sensibilisieren. Mit Rücksicht auf die lokalen
Bräuche und Gewohnheiten werden traditionelle Kommunikationsformen verwendet. Dies kann ein Theaterstück sein, in dem das Thema HIV/Aids angesprochen und der Umgang damit thematisiert wird.

Die tansanische Projektleiterin von SolidarMed, Mary Yagalla, koordiniert die vierwöchige Ausbildung dieser freiwilligen DorfgesundheitsarbeiterInnen. Jedes Dorf hat in einer Versammlung zwei BewohnerInnen bestimmt, die in der lokalen Bevölkerung res pektiert werden und denen man vertraut. Nach der Ausbildung gehen die GesundheitsarbeiterInnen zurück in ihre Dörfer und motivieren Schüler, Jugendliche, Fischer und Frauen, HIV-Diskussionsgruppen zu gründen. Die DorfgesundheitsarbeiterInnen informieren dabei stets auch über die Möglichkeit, sich auf HIV testen zu lassen und verkaufen Kondome. In Tanzania ist es kulturell üblich, soziale Konflikte in Form von Rollenspielen und Theaterstücken zu thematisieren. Gemeinsam mit dem Kulturbeauftragten des Distrikts koordinieren die Gesundheitsarbeiter/innen dorfeigene Theatergruppen.

Worum geht es bei diesen Theaterstücken?
Kürzlich spielte eine Gruppe ein Theater über die Geschichte von zwei jugendlichen Mädchen, deren Eltern für mehrere Monate in die Reisfelder arbeiten gehen. Die Töchter lassen sie alleine zu Hause. Die Mädchen kommen in dieser Zeit beide in sexuellen Kontakt mit Männern, die ihnen dafür etwas Geld fürs Überleben geben. Eines der Mädchen wird schwanger und steckt sich mit HIV an. Als die Eltern zurückkehren, schickt der Vater das Mädchen mit Schimpf und Schande fort. Diese Geschichte berührt zentrale Probleme des Lebens im Dorf. Die Theatergruppe involviert dann jeweils das Publikum und es entstehen Diskussionen und Debatten darüber, wie solche Familiendramen verhindert werden können.

Im Zentrum der Ausbildung steht der Ansatz «Stepping Stones» (Sprungbretter). Die Kernüberlegung von Stepping Stones ist, dass sich lokale Gemeinschaften in Gedanken auf eine Reise begeben, um ihre Einstellung und ihr Verhalten in Bezug auf Sexualität und HIV und Aids zu überdenken und kritisch zu hinterfragen. Unter Anleitung von DorfgesundheitsarbeiterInnen lernen die Menschen, offen und respektvoll über das Thema Sexualität und HIV und Aids zu diskutieren.

September 2009

Kinder proben für ein bevorstehendes Dorftheater. Im Stück werden auch sensible Themen wie sexuell übertragbare Krankheiten thematisiert.

Unsere Themen

Multisektorielle Ansätze

Prävention und Gesundheitsförderung

Kontakt

Jochen Ehmer
SolidarMed
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Fax: +41 (0)41 310 66 62

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