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Jedes Baby kann vor HIV geschützt werden

Jedes Jahr infizieren sich 380‘000 Kinder mit HIV. Fast alle haben sich durch die Mutter – in der Schwangerschaft, während der Geburt oder beim Stillen – angesteckt. Die Übertragung des Virus von der Mutter auf das Kind kann jedoch effektiv verhindert werden.

„Jedes Baby kann vor HIV geschützt werden“, so der Brennpunkt von SolidarMed aktuell zur vertikalen HIV-Übertragung mit Beispielen aus der Praxis in Südostafrika.

Das Engagement von SolidarMed im Dareda-Spital in Tanzania: Es ist Dienstagmorgen, die Wartehalle vor Dr. Asteris Behandlungszimmer ist sehr belebt. Kinder spielen auf dem Boden, sitzen still auf dem Schoss ihrer Mutter, nuckeln an ihren Fingern oder bestaunen die ungewohnte Umgebung mit großen Augen. Bereits um neun Uhr warten rund zehn Frauen mit ihren Kleinen auf den Arzt. Das Dareda-Spital im Norden Tanzanias geniesst in der Bevölkerung grosses Vertrauen, besonders wenn es um die Vorbeugung und Behandlung von HIV/Aids geht. Die wartenden Frauen sind selber HIV-positiv. Ihre Kinder sind es nicht. Keines von ihnen. Das von SolidarMed unterstützte Spital ist gut gerüstet im zermürbenden Kampf gegen HIV/Aids. Gemeinsam wurde in den vergangenen Jahren eine HIV/Aids-Therapie für Schwangere etabliert, die Babys vor der Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf das Kind schützt.

Dareda ist im südlichen Afrika eine seltene Ausnahme. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass lediglich 11 Prozent aller HIV-positiven Schwangeren die Therapie erhält, die ihr Kind schützt. Weil aber gerade diese effiziente Methode fast alle Ansteckungen bei Kindern verhindern könnte, appelliert die WHO mit Nachdruck, die Anstrengungen bezüglich der Mutter- Kind-Übertragung zu intensivieren.

Dringender Handlungsbedarf in Moçambique
SolidarMed nimmt den Appell der WHO ernst und setzt alles daran, die Erfolgsgeschichte aus Dareda auch in den anderen Projektländern fortzusetzen. Ein besonders dringender Bedarf an Hilfe herrscht in Ancuabe, im Norden von Moçambique. Im Rahmen des Projekts SMART vermittelt SolidarMed in Ancuabe dem Pflegepersonal das notwendige Wissen und sorgt dafür, dass der Nachschub an HIV/Aids Medikamenten funktioniert. Die momentan grösste Herausforderung ist jedoch, die schwangeren Frauen überhaupt rechtzeitig zu erreichen. Ein von SolidarMed unterstütztes Pflegeteam besucht die Frauen deshalb in den Dörfern und testet sie unter anderem auf HIV. Um Schwangere zusätzlich zu motivieren, ihr Baby im sicheren Umfeld eines der Gesundheitszentren zur Welt zu bringen, erhalten sie ein «Babypaket» mit den wichtigsten Dingen für die ersten Wochen nach der Geburt. Durch diese und weitere Massnahmen erhielten fünfmal so viele HIV-positive Schwangere die notwendigen Medikamente, als noch ein Jahr zuvor. Ihre Babys wurden so in letzter Minute vor
HIV geschützt. Sie starten gesund in ein Leben, dass auch ohne dieses Virus genügend Gefahren für sie bereithält. (SolidarMed aktuell, November 2011)

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