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„Die Schweiz könnte sich noch etwas stärker engagieren“

Jochen Ehmer ist Programmverantwortlicher im Bereich HIV/Aids der Organisation SolidarMed. Am Welt-Aids-Tag sprach er mit der „Südostschweiz“ über die Lage in Afrika. „Für diejenigen Patienten, die in Behandlung sind, ist HIV in Afrika von einer akuten, tödlichen zu einer chronischen Krankheit geworden. Das ist einerseits erfreulich, bedeutet andererseits für das afrikanische Gesundheitssystem jedoch auch eine grosse Herausforderung. Eine Herausforderung im Monitoring, im Personalbereich sowie im organisatorischen Bereich. Die HIV-Behandlung hat nun die Gesundheitssysteme gestärkt und fit gemacht für die Behandlung von chronischen Erkrankungen. Und dies ist auch nötig, da zum Beispiel durch den verbesserten Lebensstandard die Leute älter werden und es in 20 bis 30 Jahren immer mehr chronische Erkrankungen geben wird.“

Sie sprachen gerade von Menschen, die in einer HIV-Behandlung sind…. Ist es nur eine Frage des fehlenden Geldes, um das Verhältnis (von Menschen in Behandlung und Menschen die einer Behandlung bedürfen) zu verbessern oder ist dies ohnehin nur Wunschdenken?

„Ich denke es ist kein Traum. Es ist nicht nur eine moralische Verpflichtung der reichen Länder, den armen Ländern zu helfen. Zugang zu eienr korrekten medizinischen Beahndlung für diejenigen, die eine solche benötigen, ist eigentlich ein Menschenrecht. Und ich denke, da sollte man keine Abstriche machen. Will heissen: Ja, wir brauchen mehr Geld. Aber wir wollen und müssen auch versuchen, das Geld, das wir erhalten, effizienter einzusetzen.“

Bleiben wir beim Geld. Eine Studie von aidfsocus.ch besagt, dass die Schweiz im internationalen Vergleich „klar zu wenig“ für die Bekämpfung von Aids in Afrika mache. Ist das tatsächlich so?

„Die Schweiz macht viel, das muss man auch honorieren… Es gibt aber auch Länder, die sich weitaus stärker im Kampf gegen Aids einsetzen als die Schweiz. Und ich respektive wir von Solidarmed denken, die Schweiz könnte und sollte sich in diesem Bereich noch etwas stärker engagieren. Denn ein Engagement in diesem Bereich entspreicht auch einem Eigeninteresse der Schweiz.“ (Die Südostschweiz, 3. Dezember 2010)

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