Das 10 Millionen Memory Projekt
Bis ins Jahr 2010 sollen 10 Millionen Kinder in Afrika, die durch Aids zu Waisen oder verletzbar wurden, mit Memory Work psychsozial unterstützt werden. Unter dem Sammelbegriff Memory Work (Erinnerungsarbeit) werden verschiedene Methoden verstanden, die sich dazu anbieten, die eigene Geschichte zu erkunden: Memory Boxes (Schachteln/Behälter, in denen Erinnerungen gesammelt werden) oder Memory Books (Erinnerungsbücher), Body Maps (Erinnerungen, die in eine Körperkontur-Karte eingetragen werden) u.a.m.
Erinnerungsarbeit hat Millionen von Familien, die von HIV/AIDS betroffen sind, bei der Bewältigung von Krankheit, Tod und Trauer unterstützt und wieder befähigt, die Zukunft ihrer Kinder zu planen. Bei Menschen mit ARV kann Erinnerungsarbeit beim Kampf zum Überleben helfen und eine positive Lebenseinstellung fördern, ja sogar zur Lebenslust motivieren.
Die Regional Psychosocial Support Initiative (REPSSI) und das Memory Box Project of the AIDS and Society Unit (ASRU) an der Universität von Kapstadt haben im Oktober 2003 die prominentesten VertreterInnen dieser Interventionsart zu einer Konsultation eingeladen. Organisationen aus dem östlichen und südlichen Afrika, sowie aus Grossbritannien, die mit dem Erinnerungsansatz arbeiten, stellten ihre Methoden vor und tauschten untereinander ihre Erfahrungen aus.
Während der Hauptfokus der Woche auf Austausch des Know-How und Erfahrungen aus der Praxis gerichtet war, konzentrierte sich die Versammlung am letzten Tag auf Fragen der Verbreitung dieses Ansatzes in der Region der Sub-Sahara. Als REPSSI am letzten Tag des Treffens eine Sitzung zum Scaling-up leitete, wurde der Ausdruck 10 Millionen Memory Projekt geprägt. Mit 10 MMP ist gemeint, dass die versammelten Organisationen darauf hinarbeiten, dass bis zum Jahr 2010 im Südlichen Afrika 10 Millionen Kinder von der Erinnerungsarbeit profitieren können.
Die Studie „Children on the Brink“ geht davon aus, dass per Ende 2003 in der Region der Sub-Sahara rund 13 Millionen Kinder durch AIDS verwaist worden sind. In Südafrika alleine leben 42 % der Waisen dieser Region. Bis zum Jahr 2010 werden in einigen dieser Ländern ein Viertel aller Kinder als Folge von Aids Waisen sein.
Individuelle Beratungen sind in Anbetracht dieser Zahlen und im Umfeld von Armut viel zu teuer. Wahrscheinlich entspräche dieser Ansatz auch nicht dem kulturellen Hintergrund und wäre zudem schwer zu bewerkstelligen. Anwenderfreundliche, gruppenorientierte Methoden der Beratung und psychosozialen Unterstützung werden dringend gebraucht. Erinnerungsarbeit bietet einen Ansatz, der diese Forderungen erfüllt.
Jonathan Morgan, Direktor des Memory Box Projects der Universität von Kapstadt wurde von der Versammlung im Oktober für die Gesamtkoordination der Memory Work Arbeit nominiert, um die Kontinuität des Austausches zu garantieren. Die Begeisterung und spezielle Atmosphäre, die bei der Konsultation spürbar war, soll so bewahrt und weitergeführt werden. „Wir müssen bei dieser Entwicklung koordiniert voran schreiten, um Zweispurigkeiten zu vermeiden und die verschiedenen Methoden der Erinnerungsarbeit, die erstmals mit all ihren Fähigkeiten, Erfahrungen und Wissen unter einem Dach zusammenkam, gemeinsam zu überprüfen und auszufeilen“, sagt Morgan. Und er fährt fort: „Eine grosse Auswahl psychosozialer Interventionen, die den Bedürfnissen von Waisen und anderen Kindern, die durch HIV und AIDS verletzbar wurden gerecht werden, haben sich unter einem gemeinsamen Namen in einer Körperschaft und Richtung zusammen gefunden. Nebst jeder Theorie beeindruckt, dass diese Versammlung aussergewöhnlicher und gleichgesinnter PraktikerInnen für eine gemeinsame Handlungsstrategie einstehen: dem 10 Millionen Memory Projekt.“
Dokumente
Memory Boxes help to say Good-bye
It can be a plump basket in an Ugandan village or a discarded box from a shop in a South African township, painted in gaudy colours with food colorant. It can be a biscuit tin decorated with shells or a square metal box with![]()
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Memory Work
Ein methodischer Ansatz zur psychosozialen Unterstützung von traumatisierten Kindern, Jugendlichen und Waisen, die von HIV/AIDS betroffen sind.
Die von aidsfocus erarbeitete Power Point Präsentation gibt einen leicht![]()
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