Prävention im Sexgewerbe
Die Präventionsangebote im Erotikbereich richten sich an zwei Zielgruppen: die meist ausländischen Sexarbeiterinnen und die Freier. In beiden Projekten hat die Verhinderung von Neuinfektionen mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten durch Verhaltens- und Verhältnisprävention höchste Priorität.
APIS (Aidsprävention bei ausländischen Sexarbeiterinnen)
2005 haben 34 kulturelle Mediatorinnen in fünfzehn Regionen mehr als 18 000 Kontakte mit Sexarbeiterinnen realisiert. Bei diesen Kontakten haben die Mediatorinnen Informations- und Präventionsmaterial (Broschüre Stella, Kondome, Gleitmittel) sowie eine neu entwickelte Information zu Oralsex abgege- ben und Adressen von Fachleuten zu medizinischen, recht- lichen und psychosozialen Problemen vermittelt. Zudem wurde eine zweitätigige Weiterbildung der Mediatorinnen durchgeführt. Auch die regional verantwortlichen Angebots- leiterinnen trafen sich zu zwei Fachgruppentreffen und zu einer eintätigen Weiterbildung.
Don Juan (Aidsprävention bei heterosexuellen Freiern)
Die Präventionsaktivitäten bei heterosexuellen Freiern bein- halten die seit 1999 bestehenden Face-to-Face Freierbil- dungsaktionen, das e-streetworking (aufsuchende Arbeit im Internet) und die Website www.don-juan.ch. Letztere wurde 2005 grafisch und inhaltlich überarbeitet. Durch die Face-to- Face-Freierbildungen, die 2005 in sieben Schweizer Städten durchgeführt wurden, konnten mehr als 4 100 Freier erreicht werden. Beim e-streetworking ist ein Präventionsspezialist in den Freierforen von www.sexytipp.ch präsent und beteiligt sich mit Informationen zu HIV/Aids und Safer Sex an den Diskussionen. Zusätzlich lancierte die Aids-Hilfe Schweiz eine neue Broschüre für Freier («Lust auf Sex») - diese wurde Erotikmagazinen beigelegt, in Erotikfachgeschäften aufgelegt sowie in Sexetablissements und bei den Face-to-Face- Aktionen abgegeben.