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Namibia: Vom Kopf auf die Füsse

„In der ersten Zeit war alles neu. Es war schwer, den Wahrheitsgehalt und die Bedeutung der Dinge zu erfassen. Also nahmen wir das Neue begierig auf und unterschoben ihm die Bedeutungen selbst. So etwa bei den Policy-Dokumenten zu HIV/AIDS der Universität von Namibia (UNAM) und der namibischen Regierung: Sie sind sozial progressiv und inhaltlich up-to-date. Sie spiegeln den internationalen Wissensstand und die international gültigen Ethikstandards….“.

„In der Zwischenzeit hat sich aber herausgestellt, dass die von uns konstruierte Bedeutung dieses Dokumentes an der lokalen Realität vorbei geht. So irritiert etwa, dass der Hinweis auf das offizielle Planpapier regelmässig eine Art mentalen Bückling auslöst, indem auf stereotype Weise Einverständnis signalisiert und Konsens markiert wird. Doch was wie Zustimmung aussieht, ist in Wirklichkeit Ausdruck eines inneren Rückzugs. Verweisen wir auf den Plan, so wird das von Beamten als Wink mit dem Zaunpfahl verstanden. Es löst einen zwangshaften Konformitätsdruck aus, der alles Persönliche ausschliesst. Das Gesicht mimt dann Interesse, doch die Energien des Herzens sind nicht mehr dabei. Und ohne sie läuft hier genau so wenig wie irgendwo sonst auf der Welt.“
(Bericht von Hanspeter Müller/Constantine Bobst, INTERTEAM, Windhoek/Namibia, 2006)

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