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Eine Berufsschule für Aids-Waisen

Ein schwerwiegendes Problem für Uganda sind die landesweit zwei Millionen Kinder und Jugendlichen, die durch den HIV/Aids-Tod ihrer Eltern zu Waisen geworden sind. Zu dem immensen Verlust, den sie bewältigen müssen, kommt noch die Gefahr, dass sie verarmen und ein Leben auf der Strasse führen. Eine gute Schul- und Berufsbildung wäre oft der einzige Ausweg aus der Armut, doch sind die jungen Menschen kaum in der Lage, die Schulkosten aufzubringen.

Berufsausbildung ermöglicht Eigenständigkeit

Caritas Schweiz unterstützt seit über 10 Jahren das Berufsbildungszentrum Kyebando Vocational Training Centre (KVTC) in Kamwokya, dem grössten Slum der ugandischen Hauptstadt Kampala. Jährlich werden dort rund 500 Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Kunst und Dekoration, Maurerei, Schusterei, Schneiderei, Catering, Informatik, Elektronik, Weberei/ Stickerei und Schreinerei ausgebildet. 80 Prozent der Lernenden kommen aus armen Familien, die von der Aids-Pandemie betroffen sind. Sie sind entweder Waisen oder Halb-Waisen und können am KVTC kostenlos eine Berufsausbildung absolvieren.

Die letzten Jahre haben den enormen Bedarf, aber auch den Erfolg der Schule aufgezeigt: Viele Jugendliche konnten ihre Ausbildung erfolgreich abschliessen und in das Erwerbsleben einsteigen. Zum Beispiel der 19-jährige Henry, der beide Eltern durch Aids verlor und die Primarschule verlassen musste, weil niemand mehr für das Schulgeld aufkam. Mit seiner Ausbildung am KVTC zum Elektroniker, konnte er den Grundstein für ein eigenständiges Leben legen. Heute bestreitet er mit Reparaturen an Haushaltsgeräten und Fahrzeugen seinen Lebensunterhalt selbst. Oder die 18-jährige Halbwaise Angela, die nach der zweijährigen Catering- Ausbildung einen Job als Kellnerin im Hotel Africana bekam. Ihr Traum ist ein eigenes Catering-Unternehmen, in dem sie Absolventen des KVTC anstellen möchte.

Die Schule plant den Bau einer neuen Ausbildungshalle, die eine Aula, Unterrichtsräume und eine modern eingerichtete Küche umfasst. In der Küche lernen die Catering-Auszubildenden das professionelle Herstellen von Speisen und Getränken, die dann an lokale Kleinunternehmen geliefert werden. Mit dem Ausbau kann das Berufszentrum mehr Lernende aufnehmen, den Eigenfinanzierungsgrad erhöhen und Arbeitsplätze schaffen. (Februar 2012)

Die Ausbildung zur Schneiderin ist für diese junge Frau der erste Schritt in ein selbständiges Leben.

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