Toolkit für Memory Work
In Kooperation mit aidsfocus, der schweizerischen Fachplattform für HIV/AIDS in der Entwicklungszusammenarbeit hat terre des hommes schweiz ein Toolkit für Memory Work entwickelt. Dieser Werkzeugkasten für Erinnerungsarbeit ist eine innovative Methode zur Verbesserung der psychosozialen Unterstützung von Menschen, die von Aids, von Gewalt und Armut betroffen sind.
Unter dem Sammelbegriff Memory Work (Erinnerungsarbeit) versteht man kreative Methoden, die eigene Geschichte zu erkunden. Dabei wird nach der Geschichte, dem roten Faden im Lebenslauf gesucht, um die stärkenden Überlebungsstrategien zu erkennen. Sie hat bereits Millionen von Familien, die von HIV/AIDS betroffen sind, bei der Bewältigung von Krankheit, Tod und Trauer unterstützt.
Anwenderfreundliche, gruppenorientierte Methoden der psychosozialen Unterstützung für aidsbetroffene Kinder und Erwachsene werden dringend gebraucht. Erinnerungsarbeit bietet einen entsprechenden Ansatz: Es ist das, was gefehlt hat bei all den Bemühungen, diese unvorstellbare Krise zu bewältigen., so die Meinung von Fachleuten. Es erstaunt deshalb nicht, dass sich Memory Work in Windeseile über die ganze Region ausbreitet. In Uganda stellen HIV-positive und aidskranke Frauen Erinnerungsbücher her, um ihren Kindern ein schriftliches Vermächtnis zu hinterlassen und die Betreuung nach ihrem Tod zu regeln.
Der Werkzeugkoffer ist da!
An einer Fachtagung von aidsfocus zu Memory Work kam der Ruf nach einem Toolkit, das als Entscheidungsgrundlage dafür dienen könnte, Memory Work in bestehende Projekte zu integrieren.
Nun ist das Toolkit hier, gestaltet wie eine Memory Box mit Bildern von Body Maps. Es ist ein praktischer Werkzeugkoffer. Er beinhaltet umfassende Erklärungen, Informationen, einen Dokumentarfilm, Handbücher und Adressen von Kompetenzzentren, aber vor allem auch konkrete Beispiele: ein exemplarisches Erinnerungsbuch, Gesundheitsjournal und Heldenbuch, sowie ein leeres Erinnerungsbuch für die Notizen der BenützerInnen.
Unsere Pionierrolle
terre des hommes schweiz nimmt diesbezüglich eine Pionierrolle ein. Bereits 1999, als die katastrophale Situation der Aids-Waisen in Tanzania offensichtlich wurde, entwickelte Dr. Kurt Madörin den Ansatz der psychosozialen Unterstützung im Projekt HUMULIZA. Dies gilt heute als Referenz für psychosoziale Unterstützung von Waisen.
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