Umfassende Bekämpfung von HIV und Aids
Das Kenianische Rote Kreuz engagiert sich seit 2001 in der Region Nakuru, nordwestlich der Hauptstadt Nairobi. Dort leben rund 70′000 Menschen unter ganz einfachen Bedingungen. 12% der Dorfbewohner/ innen sind mit dem HI-Virus angesteckt. Sie fristen in meist grosser Armut ein schwieriges Dasein. Viele Kinder haben einen oder beide Elternteile verloren. Konflikte unter Stammesgemeinschaften erschweren das Leben zusätzlich, viele sind gezwungen, zu flüchten und ihre Häuser zu verlassen. Oft kommen sie dann bei Verwandten oder Bekannten unter, welche dadurch stark belastet werden. Es fehlt an allem: Nahrung, medizinische Versorgung, Arbeit, Sicherheit. Um die weitere Ausbreitung des HI-Virus einzudämmen und Betroffene zu unterstützen, bietet das Rote Kreuz ein umfassendes HIV- und Aids- Programm an:
• Prävention: Freiwillige informieren und klären die Dorfbewohner/innen über die Risikien und die Gefahr vor HIV und Aids auf. Sie erklären, wie man sich mit einem Kondom vor der tödlichen Krankheit schützen kann. Dafür setzen sie Videos und Theaterspiele ein. Jugendliche – so genannte Peereducators – werden ausgebildet, die mit Gleichaltrigen über das heikle Thema sprechen und sie aufklären.
• Tests: Die Bevölkerung wird motiviert, sich freiwillig testen zu lassen. Eine frühe Erkennung der Krankheit ist förderlich für die Therapie.
• Behandlung: Das KRK will die Lebensbedingungen von Aidspatientinnen und -patienten verbessern. Betroffene erhalten mit der Einnahme von antiretroviralen Medikamenten eine Überlebenschance. Damit sie verstehen, wie wichtig die regelmässige Einnahme dieser Arzneimittel ist, werden Sensibilisierungskampagnen durchgeführt. Schwangere Frauen bekommen Medikamente, die die Übertragung des Virus auf das ungeborene Kind verhindern. Das Rote Kreuz kauft ebenfalls moderne Laborgeräte und medizinisches Material. Das medizinische Personal wird aus- und weitergebildet. Betroffene erhalten in Gesundheitszentren psychologische Unterstützung. Dort werden auch Malaria- und Tuberkulosetests durchgeführt und Infektionskrankheiten behandelt.
• Pflege und Hilfe zu Hause: Familienmitglieder und Freiwillige werden ausgebildet, um ihre Angehörigen zu Hause zu pflegen und in allen Bereichen des täglichen Lebens zu unterstützen. Ein Betreuungsnetzwerk von Freiwilligen besucht die Familien regelmässig, bespricht mit ihnen ihre Probleme und unterstützt sie zusätzlich mit Pflege- und Hygienepaketen.
• Ernährung: Damit sich die Patientinnen und Patienten auch ausgeglichen und vitaminreich ernähren können, werden Gemüsegärten angelegt. Die Betroffenen erhalten Mais, Bohnen, Reis, Mehl und Öl zum Kochen. So wird verhindert, dass sie geschwächt und zusätzlich anfälliger werden für
Infekte.
Juni 2008